Projekt "New Router"

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Hintergrund/Idee

Die Idee, mir einen neuen Router zu bauen, kam - wenig überraschend - nachdem mein alter Holzrouter auseinanderfiel.
Im Grunde hätten es auch ein Austausch der Festplatte und ein frisches Windows getan, aber mit dem 120MHz Server mit 4GB Festplatte war ich eh schon lange Zeit unzufrieden. Die Zeit war reif für einen Wechsel.
Dieser kam, als mir von einem Kollegen ein Industriemainboard im 5,25"-Standard angeboten wurde:

Hersteller:Advantech
Modell:PCM 9574
Chipsatz:Intel BX440, 66/100MHz FSB
CPU:Intel Celeron oder Pentium III bis 1,2GHz
RAM:66/100 MHz SODIMM SD-RAM
Onboard:Grafik, Sound, LAN 10/100MBit
Weitere Anschlüsse:4x Seriell, 1x Parallel, 1x PCI, 1x CompactFlash, direkter Anschluss von LCDs/TFTs möglich!
Stromversorgung:5V und 12V, max. 8A auf 5V bei Volllast mit einem Celeron

Da mein neuer Router möglichst geräuschfrei sein sollte, sprachen vor allem die einfache Stromversorgung und der geringe Stromverbrauch für das kleine Mainboard. Ein Celeron im Bereich von 700MHz lässt sich gut passiv kühlen, hat aber trotzdem mehr Power als ein VIA Epia mit 1GHz! Die 5V-Stromversorgung kann ein passendes Schaltnetzteil übernehmen, das ohne Lüfter auskommt. Damit ist das System komplett lüfterlos und abgesehen von der Festplatte komplett geräuschfrei.

Der neue Router dient natürlich auch als Server, auf dem z.B. rund um die Uhr eMule läuft, aber auch viele weitere Internet-Dienste (FTP-Server, Teamspeak-Server, Instant-Messenger, dynDNS, AtomUhr usw.). Die Idee ist, den Server zu einem kompakten Allround-Gerät zu machen, mit eingebautem DSL-Modem und evtl. Lautsprechern.

Die Hardware

Das Mainboard hat als Industriemainboard die Eigenschaft, dass es nicht für ein bestimmtes Gehäuse ausgelegt ist. Somit sind alle Peripherie-Anschlüsse auf dem Mainboard als Pfostenstecker o.ä. vorhanden und müssen mit speziellen Adapterkabeln abgegriffen werden, die ich natürlich zu dem Board nicht dazu bekam . Die Pfostenstecker sind in einem speziellen 2mm-Rastermaß (also kleiner als die Standard-Pfostenstecker mit 2,54mm Rastermaß), die gar nicht so einfach zu bekommen sind...



Das Mainboard von vorne


Das Mainboard von hinten

Hier sind die Bezeichnungen der Anschlüsse auf dem Board.

An die passenden Pfostenbuchsen für VGA, LAN, Parallelport (für's LCD), USB und das front panel (Power, Reset, Status-LEDs) bin ich über einige Umwege 'rangekommen, den normalen Pfostenstecker für den Audio-Anschluss im 2,54mm Rastermaß, einen speziellen Stecker für die PS/2-Anschlüsse, sowie alle "Gegenstücke" (VGA-Buchse, LAN-Buchse usw.) bekommt man bei Reichelt. Zum Anschluss von IDE-Geräten kann man einen Adapter für 2,5"-Notebookfestplatten nehmen und auf dem Board quasi "umgekehrt" verwenden.

Für die Stromversorgung des Mainboards habe ich bei Pollin genau das richtige gefunden: Sie hatten ein Trafonetzteil im Angebot, das 5V/4A, 12V/0,25A und -12V/0,25A liefert für 2,99 das Stück. Zur Sicherheit habe ich gleich 3 genommen - parallel geschaltet habe ich so für meine benötigten Spannungen: 5V/12A und 12V/0,75A, die -12V werden nicht benötigt. Die etwas schwache 12V-Leitung ist kein Problem, da die 12V nur für die Festplatte und den Soundchip auf dem Mainboard benötigt werden.



Die verwendete Hardware


Die Netzteile in Nahaufnahme

Die Hardware im Einzelnen:
  • Advantech PCM 9574
  • Intel Celeron 700MHz, 66MHz FSB
  • 256MB SODIMM SD-RAM, 133MHz (abwärts-kompatibel)
  • 40GB Seagate Barracuda 5400RPM, nahezu unhörbar
  • 10/100MBit PCI-Netzwerkkarte, Realtek-Chip
  • 20x4 LCD, weiße Schrift auf blauem Hintergrund
  • Kühler: ZALMAN Fächerkühler aus Kupfer
  • Stromversorgung: 3x Pollin-Netzteil 5V/4A, 12V/0,25A
Erste Inbetriebnahme

Nun kam der große Moment: Funktionieren alle selbstgelöteten Adapter? - Ja!
Kurz ein CD-Laufwerk anschließen, Windows 2000 installieren, Netzwerk einrichten, danach konnten alle Adapter auch wieder ab (bis auf LAN), alles weitere geht über Netzwerk (pcAnywhere, VNC). Und meckert nicht, dass ich kein Linux genommen habe! Ich habe keine Lust, mich nur aus "Protest" mit Linux auseinanderzusetzen, wenn Windows 2000 als Server-OS mit ein wenig Pflege ebenfalls stabil läuft und vor allem unkompliziert ist!



Alle Komponenten und Kleinteile von Reichelt


Netzteile zusammengelötet



Erster Testaufbau, hier noch mit einem mormalen PC-Netzteil


Und hier der Beweis, dass man einen zerstörten SMD-Widerstand durch einen ganz normalen ersetzen kann

Der Router läuft nun seit einiger Zeit in einem gehäuselosen Zustand mit den 3 lüfterlosen Netzteilen und man kann nachts ruhig schlafen .



Aktueller Status

Obwohl er in diesem Zustand einen gewissen Charme hat, soll er natürlich ein Gehäuse bekommen. Da bin ich momentan noch auf Ideensuche, Ratschläge sind erwünscht...

Update: Einstellung des Projekts!

Das Gehäuse wird er wohl leider nicht mehr bekommen, jedenfalls nicht von mir, da ich dieses Projekt einstelle. Da ich nun im Wohnheim wohne und das Internet über die Uni-Leitung beziehe, ist ein Router überflüssig geworden. Für die weiteren Server-Funktionen, für die ich den Router genutzt habe (in erster Linie Filesharing) steht ein eigener Wohnheim-Server zur Verfügung. Somit würde ich den Router praktisch nicht mehr nutzen und als Staubfänger ist er zu schade. Daher habe ich ihn verkauft. Möge er seinen Frieden finden...

Update: Eine neue Hoffnung...?

Ich habe den Router wieder! Er steht nun zuhause und ersetzt die N-Box als Router und ständiger Server, weil er nur einen Bruchteil an Energie benötigt. Als Multimedia-Gerät wird er nun definitiv nicht mehr eingesetzt werden (dafür gibts die N-Box). Ein Gehäuse wird er aber möglicherweise doch noch bekommen, dies kann allerdings nur in den Ferien geschehen, wenn ich zuhause bin.

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