Der Koffer

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Entstehungsgeschichte, Idee

Der Koffer ist mein erster Casemod überhaupt (Mitte 2001). Damals gab es kaum Casemodding-Seiten, geschweige denn irgendwelche Modding-Artikel zu kaufen. Damals ging es nicht um ein tolles Design (was ja geschmackssache ist), sondern darum, innovativ, originell und vor allem praktisch zu sein.
Ich kannte nicht einmal den Begriff "Casemodding", als mir die Idee kam, meinen PC in ein originelles Gehäuse einzubauen. Diese Erleuchtung kam mir freilich nicht ganz von alleine, inspiriert wurde ich nämlich durch ein Foto eines heute schon als langweilig geltenden Bierkasten-Cases, das ich zufällig im Internet fand. Diese Originalität, ein Gehäuse, das mit Computern rein garnichts zu tun hat, derartig zweckzuentfremden, löste bei mir das Modding-Fieber aus. Ohne zu wissen, dass dieses "Casemodding" zu der Zeit schon einige Freaks betrieben und auch ohne weiter zu recherchieren, beschloss ich, meinen klapprigen Medimarkt-Tower von 1998 durch etwas ähnlich originelles zu ersetzen.
Eine Bierkiste kam nicht in Frage, sie war zwar originell, aber nicht wirklich praktisch und nachmachen kann ja schließlich jeder . Bei der Suche nach einem geeigneten Gehäuse fand ich bei mir zuhause einen Werkzeugkoffer aus dem Baumarkt. Die Idee war sofort klar, nun musste auch sichergestellt sein, dass alle PC-Komponenten auch wirklich im Koffer Platz haben. Ich probierte verschiedene Anordnungen von Netzteil, Mainboard und Laufwerken aus und fand schließlich die meiner Meinung nach perfekte Anordnung im Standard-Baumarktkoffer, die sowohl eine einheitliche Front- und Rückseite bietet, als auch maximale Erweiterbarkeit gewährleistet (weitere Steckkarten, anderes Mainboard, andere Laufwerke usw.).



Der Koffer - Gesamtansicht


Koffer von der Seite, VFD

Aufbau

Der Koffer sollte ein Gehäuse sein, in das man alle normalen PC-Komponenten ohne große Mühe hineinbekommt - wie ein handelsüblicher Tower.
Um dies zu gewährleisten, wurden Teile des alten Towers ausgesägt und in den Koffer gebaut. Das ist zum einen die Metallplatte, auf die das Mainboard geschraubt wird mitsamt der Halterung für die Steckkarten, zum anderen der Festplattenkäfig, der im Koffer zwei Festplatten und ein Diskettenlaufwerk aufnimmt. Für die 5,25"-Laufwerke im Deckel kam nur eine eigene Lösung in Frage:
Jeweils an den Seiten werden die Laufwerke normal mit der Seitenwand des Koffers verschraubt. In der Mitte werden sie durch selbstgebaute Winkel am Deckel verschraubt. So passt jedes beliebige CD- oder DVD-Laufwerk hinein, wenn auch etwas umständlicher als in einem Tower...



Die Innenansicht, Aufteilung der Komponenten


Frontansicht, LCD

Auf dem Bild sieht man gut den Aufbau des Koffers. Alle Laufwerke, wichtigen Schalter, Status-LEDs und das LCD sind auf einer Seite und bilden die Front, wie bei einem normalen PC üblich. Auf der gegenüberliegenden Seite sind alle Anschlüsse vom Mainboard und den Karten, sowie der Stromanschluss. Um letzteres zu realisieren, musste der Stromstecker vom Netzteil getrennt und nach hinten verlegt werden, da das Netzteil bei dem Aufbau nur vorne sitzen kann. Den Stromstecker vorne am Netzteil zu lassen kam nicht in Frage, da dies die einheitliche Front/Rückseite zerstören würde.
Im jetzigen Zustand hat der Koffer etwa das gleiche Fassungsvermögen an Hardware wie ein Midi-Tower:
  • Mainboard im normalen ATX-Format mit allen Steckkarten
  • 2x 3,5"-Festplatte
  • 1x 3,5"-Diskettenlaufwerk
  • 2x 5,25"-Laufwerk
Elektrik, Kühlung

Zwischen den beiden optischen Laufwerken im Deckel sitzt ein Schalter samt Status-LED, mit dem man die Hauptbelüftung schalten kann. Diese besteht aus einem 120mm-Lüfter im Deckel, der sich zudem per LM317 stufenlos regeln lässt, und zwei kleinen 60mm-Lüftern, die an den Seiten sitzen und auch separat geschaltet werden können. Ansonsten haben alle Komponenten ihre Standard-Lüfter (der CPU-Lüfter ist auf ca. 6V heruntergeregelt, da sonst zu laut), eine stärkere Kühlung ist trotz des relativ engen Gehäuses nicht notwendig, da bei der Raumaufteilung ein guter Luftzug gewährleistet ist.

Auf den Bildern sind zwei Displays zu sehen, die erst nach und nach in den Koffer kamen. Vorne sitzt ein 16x4 Zeichen LCD, das intern über den Parallelport angesteuert wird. Das Display im Deckel an der Seite ist ein 20x2 Zeichen VFD. Es unterscheidet sich vom LCD dadurch, dass es ähnlich wie ein Röhrenmonitor funktioniert, also der Text von sich aus leuchtet. Angesteuert wird es über den seriellen Port mit ein bisschen weiterer Elektronik. Normalerweise sind diese Displays recht teuer, aber ich habe meins über einen glücklichen Zufall sehr günstig bekommen (bitte keine Anfragen, es sind keine weiteren Displays verfügbar!).



Die andere Seite...


...und von hinten

Sonstiges

Auf dem linken Bild sieht man kleine Löcher. Die sind da, um die festgeschraubten 3,5"-Laufwerke auswechseln zu können, die im Festplattenkäfig vom alten Tower sitzen.

Auf dem Bild der Innenansicht sieht man eine (schaltbare) 20W-Halogenlampe als Innenbeleuchtung, die eher als Gag oder für Reparaturarbeiten o.ä. gedacht ist, da der Deckel normalerweise zu ist (und ein Window nicht zum Koffer passt). Des weiteren geht von der Grafikkarte ein dickes rotes Kabel ab. Dies ist ein kleiner Mod: Über das Kabel wird die Grafikkarte direkt mit 12V versorgt, da sie ihre 12V sonst nur über einen kleinen Pin vom AGP bekommt, was anscheinend aber nicht ausgereicht und so zu Instabilitäten geführt hat.

Der Koffer ist in seinem aktuellen Zustand "fertig", es kommen allenfalls noch Kleinigkeiten hinzu. Dass der Koffer ein praktischer, origineller und vor allem dauerhafter Ersatz für einen Tower ist, beweist auch die Tatsache, dass er seit nunmehr 3 Jahren meinen Haptrechner beherbergt .

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