Free-TV Box

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CE-Mod? - Oder: d-box einmal anders

Ich bin seit längerem stolzer Besitzer einer Nokia d-box 2 Kabel. Dieser DVB-Receiver hat sich dank des mittlerweile ausgereiften alternativen Linux-Betriebssystems zu einem sehr vielseitigen Multimediagerät entwickelt. Möglich ist dies dadurch, dass die Box nichts anderes als ein Computer mit TV-Fähigkeit ist. Dennoch ist sie kein PC und daher ist dies auch kein Casemod (bzw. Cascon) im klassischen Sinne, sondern ein so genannter CE-Mod (comsumer electronics Mod).
Die Idee, der alten d-box 2 ein neues Aussehen zu verpassen, hatte ich schon lange, aber den finalen Anreiz gab mir die Ausstellung auf der IFA C3 2007, auf der ich die umgebaute Box präsentieren konnte.
Der Umbau sollte vor allem die Hardware zur Geltung bringen, er sollte schlicht sein und gleichzeitig edel wirken. Die Gehäusekonstruktion sollte nicht zu aufwendig sein.



d-box 2 im Originalzustand

Designkonzept

Die Hauptplatine der d-box 2 sieht im Originalzustand nicht besonders edel aus, daher beschloss ich sie weiß zu lackieren. Ein einheitlicher Farbton lässt die Elektronik viel ästhetischer erscheinen. Nur die Beschriftung einiger Chips auf der Platine wurde nicht überlackiert. Dieses Designkonzept wird in allen anderen Komponenten fortgesetzt: der Gehäusebeleuchtung, dem LCD-Rahmen, der LCD-Hintergrundbeleuchtung, der Fernbedienung usw.



Nackte Platine der d-box 2


Lackierung der Komponenten

Gehäusekonzept

Es kam von Anfang an nur ein Plexi-Gehäuse in Frage, damit die Hauptplatine der Box zu sehen ist. Ich entschied mich für ein "modernes", offenes Design, das schlicht und zugleich elegant und stabil ist. Das Gehäuse besteht aus drei jeweils 5mm dicken Plexi-Ebenen, die an den Ecken durch Gewindestangen zusammengehalten werden. Hutmuttern an beiden Enden der Gewindestangen dienen zugleich als Standfüße. Die Rückseite ist ein dünnes Stahlblech aus dem Original-Gehäuse der d-box 2 - auf die richtige Größe zurechtgeschnitten. An den übrigen drei Seiten ist das Gehäuse offen, was zum einen Hitzeprobleme eliminiert, zum anderen die Hardware optisch "näher" an den Betrachter bringt. Die unterste Plexi-Ebene ist von unten mit einem dünnen Riffelblech bedeckt, was den Blick von unten auf die Verkabelung, die zwischen der Platine und der untersten Plexi-Ebene verläuft, verhindert.
Das Gehäuse bildet einen Quader, der an einer Ecke "aufgeschnitten" ist. Dort ist das LCD in einem Winkel von 60 "eingelassen" - die Position ist in etwa die gleiche wie im Original-Gehäuse. In die mittlere Plexi-Platte mussten an diversen Stellen Aussparungen für überstehende Bauteile gefräst werden (vielen Dank an Wolfgang für die Unterstützung dabei ). Das LCD ist in seiner Original-Halterung untergebracht (welche jedoch lackiert wurde) und mit dieser am schräg gefrästen Plexi festgeklebt.
Insgesamt ist das Gehäuse kompakter als das Original (aber nicht leichter ).



Provisorischer Zusammenbau

Elektrik und Beleuchtung

Für die passende Beleuchtung sorgen insgesamt 14 weiße LEDs - 4 als Unterbodenbeleuchtung und 10 verteilt auf die mittlere Plexi-Ebene. Auf diese Weise wirkt die Beleuchtung der Platine "von innen heraus", die Verkabelung stört das Design nicht, da sie nicht "außen" am Gehäuse läuft. Alle LED-Kabel werden durch Löcher in der Platine auf deren Unterseite geführt, wo sie vom Netzteil der d-box mit 12V versorgt werden.
Die gelbe LED-Hintergrundbeleuchtung des LCDs wurde entfernt. Stattdessen bekam das LCD eine zum Design passende weiße EL-Beleuchtung. Die Leuchtfolie wurde in die Original-Halterung integriert und der Inverter sitzt gleich dahinter. Die 12V Betriebsspannung bekommt der Inverter wie die LEDs direkt vom Netzteil.
Ansonsten ist die Box recht spartanisch ausgestattet. Bis auf einen Haupt-Stromschalter an der Rückseite sind keine neuen Funktionen dazugekommen, im Gegenteil, es sind welche verschwunden. Das Modem der d-box wurde entfernt und die SmartCard-Slots (für Pay-TV-Abo-Karten) ausgelötet (daher der Name "Free-TV Box"). An der Oberseite gibt es lediglich einen Powertaster aus Edelstahl sowie eine violette Status-LED. Weitere Bedienelemente sind nicht (mehr) vorhanden. Die Steuerung erfolgt komplett über die Fernbedienung.
Die Einsparung an Ausstattungskomponenten der d-box liegt am Konzept: Alles, was nicht unbedingt nötig ist, stört das auf Schlichtheit ausgelegte Design.

Finale Bilder und Fazit



Fertiges Gehäuse


Ansicht von oben auf die Platine




Rückansicht


Frontansicht aus der Nähe




Seitliche Ansicht


Mit Fernbedienung

Die Free-TV Box ist kein allzu aufwendiger Mod, auch hatte ich nicht besonders viel Zeit dafür. Dennoch ist die Umsetzung des gesetzten Konzepts recht gut gelungen, das Design erfüllt seine Aufgabe. Die Box ist natürlich noch nicht vollkommen, so wäre es sicherlich sinnvoll, die Beleuchtung schaltbar zu machen und zumindest die LCD-Hintergrundbeleuchtung an den Betriebsstatus der Box zu koppeln (an bzw. Standby). Da ich die Box praktisch nie im Standby-Modus betreibe, ist dies für mich irrelevant - dennoch wäre das ein Pluspunkt für die Funktionalität.
Die Kosten des Umbaus sind relativ überschaubar. Plexi, Lack, LEDs, EL-Folie mit Inverter und diverse Kleinteile haben alles in allem nicht mehr als 60 gekostet.

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